Expertenrat
Ursachen und Behandlung von Wunden im Mund
Frage
Warum habe ich einen wunden Mund?
Antwort
Wundheit im Mund ist eine häufige Nebenwirkung einer Chemotherapie oder Strahlentherapie. Eine Chemotherapie verringert häufig die Abwehrkräfte des Immunsystems, so dass Infektionen, z.B. im Mund, auftreten können. Darüber hinaus zerstört eine Chemotherapie sowohl die bösartigen Krebszellen als auch alle anderen sich schnell vermehrenden Körperzellen. Auch die Mundschleimhaut besteht, wie der gesamte Verdauungstrakt, aus sich schnell teilenden Zellen und kann sich daher bei einer Chemotherapie entzünden und wund werden. Diese Beschwerden werden häufig als Stomatitis oder Mukositis bezeichnet.
Als erste Anzeichen von Wundheit im Mund treten Mundtrockenheit und Blässe der Mundschleimhaut auf. Später fühlen sich Mund, Zahnfleisch und Rachen wund an und können sich röten und entzünden. Die Zunge ist möglicherweise belegt und geschwollen, was zu Schwierigkeiten beim Essen, Schlucken und sogar beim Sprechen führen kann. Wundheit von Mund, Rachen und auch Speiseröhre sind vorübergehende Beschwerden und treten in der Regel 5–14 Tage nach der Chemotherapie auf.
Weitere Nebenwirkungen, die den Mundraum betreffen, können Mundtrockenheit (Xerostomie), Geschmacksveränderungen oder kompletter Geschmacksverlust sein.
Um Entzündungen im Mund einzuschränken, können Ihnen vorbeugende Mundspülungen verschrieben werden, hilfreich kann jedoch auch das Gurgeln mit Salzwasser sein. Im Idealfall sollten Sie alle 4 Stunden eine gründliche Mundpflege durchführen. Putzen Sie nach den Mahlzeiten und vor dem Zubettgehen Ihre Zähne behutsam mit einer weichen Zahnbürste. Zahnersatze sollten Sie nur tragen, wenn notwendig. Verzichten Sie weiterhin auf den Gebrauch von handelsüblichen alkoholhaltigen Mundwassern, da diese Trockenheit und Entzündungen im Mund noch verstärken können.
Wunden im Mund können auch mit schmerzlindernden Mundspülungen oder Schmerzmitteln in Tablettenform, als Tropfen, Spritzen oder Infusionen behandelt werden. Hilfreich kann außerdem das Lutschen von Eisstückchen sein. Vermeiden Sie scharfe, salzige, saure oder stark würzige Lebensmittel und Getränke sowie Alkohol und Tabakprodukte, da diese Schmerzen und Wundheit verstärken können. Bevorzugen Sie statt dessen weiche, feuchte Speisen. Ananasstückchen z.B. können Ihnen helfen, Ihren Mund frisch und feucht zu halten. Mundtrockenheit können Sie leicht durch Getränke, das Lutschen von Eisstückchen, frisches Obst oder Kaugummi verringern. Nicht verwenden sollten Sie dagegen alkohol- oder glycerinhaltige Mittel, da diese den Mund reizen oder die Trockenheit verstärken können. Künstlicher Speichel sowie befeuchtende Mundspülungen und Gels sind auf Rezept erhältlich und können in einigen Fällen sinnvoll sein. Setzen Sie in jedem Fall Ihren Arzt, Krankenpfleger oder Ernährungsberater von eintretender Mundtrockenheit in Kenntnis, da sie das Auftreten von Geschwüren und Entzündungen begünstigen kann.
Quelle: Krebs und Ernährung Redaktion