Expertenrat


Schluckbeschwerden

Frage

Hallo, mein Vater trägt eine PEG Sonde und möchte jetzt versuchen, wieder normal zu essen. Was gibt man am besten als Erstes. Er hat den Hals bestrahlt bekommen und traut sich noch nicht richtig zu schlucken. Für eine Antwort wäre ich dankbar und verbleibe mit freundlichen Grüßen.

Antwort

Tumoren im Rachen und Halsbereich können durch Einengungen und Störungen des Schluckaktes zu Behinderungen beim Essen führen. Während und nach einer Bestrahlung des Tumors können strahlenbedingte Entzündungen und eine Ermüdung der Speicheldrüsen zu Kau- und Schluckstörungen führen. Gerade deshalb empfehlen viele Zentren die frühzeitige Anlage einer durch die Bauchdecke eingeführten PEG-Ernährungssonde. Nach Abschluss der Bestrahlung hängt es vom Rückgang der Beschwerden ab, wie rasch wieder normale Nahrung aufgenommen werden kann. Insbesondere ist es wichtig, dass es zu keinem Gewichtverlust kommt. Als wesentliche Hilfe kann ein engmaschiger Kontakt zu einem erfahrenen Ernährungsberater empfohlen werden. Entzündungen im Rachen oder in der mitbestrahlten Speiseröhre können Wundgefühl, Schmerzen und Schwierigkeiten beim Kauen und Schlucken verursachen. Bestehen Schmerzen über längere Zeit, so sind unbedingt weitere ärztliche und pflegerische Maßnahmen erforderlich. Auf dem normalen Weg sollte dann zunächst nur flüssige Nahrung, z.B. eine bilanzierte Trinknahrung (Fortimel Energie neutral) versucht werden. Ebenfalls möglich sind Versuche mit kühlen weichen Speisen wie Joghurt und anderen gesäuerten Milchprodukten. Als wichtige Regel gilt, dass gewählte Speisen nicht zu sauer, nicht zu süß, nicht scharf und nicht zu salzig sein sollten. Die Speisen sollten nicht zu trocken sein, also mit milden Saucen oder Getränken begleitet werden. Getränke sollten möglichst keine oder nur wenig Kohlensäure enthalten. Ist der Schluckakt so behindert, dass es beim Trinken häufig zum „Verschlucken“ (Aspiration) kommt, dann können Flüssigkeiten durch spezielle geschmacksneutrale Produkte (z.B. „Nutilis“) so weit angedickt werden, dass ein Verschlucken vermieden wird. Sind die großen Speicheldrüsen im Bestrahlungsfeld mit erfasst, tritt in der Regel 1-2 Wochen nach Bestrahlungsbeginn eine Mundtrockenheit ein. Die Speichelmenge nimmt ab und die Zusammensetzung des Speichels ändert sich. Abhängig von der gewählten Bestrahlungsdosis ist eine Erholung der Speichelproduktion innerhalb von 2 Jahren zu erwarten; bei sehr hohen Strahlendosen kann die Mundtrockenheit jedoch auch länger bestehen bleiben. Auch hier sind weiche und nicht zu trockene Speisen geeignet wie gesäuerte Milchprodukte und Suppen oder auch Trinknahrungen; Milch führt dagegen manchmal zur Bildung klebriger Beläge. Brot macht zumeist Schwierigkeiten. Der Speichel kann angeregt werden durch Lutschen von Ananasscheiben oder kleine Schlucke gekühlten Saft von Ananas, Orangen oder anderen Früchten. Zitronen sollten vermieden werden, da die starke Säure die Speicheldrüsen überfordert. Schutzlösungen (künstlicher Speichel) sind als Sprays und Zahnpasta erhältlich und oft hilfreich. In schwierigen Fällen können vorsichtig Medikamente versucht werden, die die Speichelproduktion anregen. Aufgesprungene Lippen schmerzen und behindern das Essen und sollten frühzeitig mit fetthaltigen Salben behandelt werden. Quelle: Krebs und Ernährung Redaktion