Expertenrat


Krebs und Durchfall

Frage

Mit Interesse habe ich ihren Artikel zum Thema Durchfall bei Krebs gelesen. Bei meiner Großmutter wurde vor etwa einem halben Jahr ein bösartiger Tumor festgestellt. Die Ärzte haben ihr auch mit einer Chemo wenig Hoffnung gemacht, so dass sie dazu übergegangen ist, sich nur palliativ behandeln zu lassen. Leider hat sie seit ein paar Wochen einen quälenden Durchfall, der die Ärzte ratlos macht. Natürlich können sie mir aus der Ferne keine Diagnose stellen, aber vlt. hätten sie ja einen Tipp, wodurch dieser verursacht werden könnte, wenn man sich keiner Chemo unterzieht. Kann es sein, dass ihr Körper die Mengen an starken Medikamenten, die sie einnimmt, nicht verträgt oder kann es sich um einen Virus handeln? Aber müsste er dann den Ärzten bei der Blutprobe nicht aufgefallen sein?

Antwort

Durchfall kann durch sehr unterschiedliche Veränderungen ausgelöst werden. Ohne nähere Informationen lassen sich deshalb lediglich einige allgemeine Punkte machen. Mit Durchfall bezeichnet man größere Mengen flüssigen Stuhls. Häufiger Stuhldrang kann auch bei kleinen Stuhlmengen erheblich belasten, hat aber andere Ursachen und könnte z.B. durch lokale Darmreizung durch den Tumor entstehen. Bei häufigem flüssigem Stuhl können ebenfalls lokale Reizungen durch den Tumor Ursache sein; einige Tumoren setzen auch Substanzen frei, die zu Durchfall führen. Viele Chemotherapiemedikamente lösen Durchfall aus. Andere häufige Ursachen für Durchfall können sein: nicht ausreichende Darmentleerung mit Verstopfung und sekundär flüssigem Stuhl; Einnahme zu großer Mengen von abführenden Medikamenten; Unverträglichkeit von Milchprodukten; infektiöse Darmentzündung; nicht-infektiöse chronische Darmentzündung; Schilddrüsenüberfunktion; Darmschwäche mit unzureichender Verdauungsfunktion; Ausfall der Bauchspeicheldrüse. Ich empfehle wegen der vielen theoretischen Möglichkeiten, unbedingt einen Darmspezialisten zuzuziehen.