Expertenrat


Gewichtsverlust nach Magenentfernung

Frage

ich habe nach erfolgreicher Krebs-op mit Magenentfernung vor 5Jahren einen BMI von 15. Meine Blutwerte sind alle ok. Bitte um Rat für eine Gewichtszunahme, da ich sonst über einen Port künstlich ernährt werden soll Für eine baldige Antwort wäre ich dankbar. Mfg.

Antwort

Ein hilfreicher Behandlungsansatz ergibt sich in der Regel aus dem Verständnis der Ursache(n) für den beobachteten Gewichtsverlust. Für eine sinnvolle Empfehlung sind zunächst weitere Informationen wichtig. Wie ausgeprägt ist der Gewichtsverlust? Wann begann das Gewicht zu fallen? Fällt das Gewicht aktuell weiter ab? Ist die aufgenommene Nahrungsmenge normal? Treten Beschwerden auf wie Appetitverlust, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen oder Völlegefühl? Tritt Fieber oder Schweißneigung auf? Ohne weitere Informationen können hier nur einige Punkte gemacht werden: Nach Magenoperationen kommt es fast regelmäßig durch die Änderung der Sättigungsregulation zu einem Gewichtsverlust, dieser kann 10-12 kg betragen. Um eine zu rasche Entleerung des Ersatzmagens zu vermeiden sollte zu und direkt nach den Mahlzeiten nicht getrunken werden, ggf. nach dem Essen 30 min ruhig liegen. Sinnvoll sind in jedem Fall 6-8 kleine Mahlzeiten täglich, langsames Essen, freier Zucker sollte gemieden werden, die Nahrung kohlenhydratarm und eiweißreich sein. Abhängig von der Operationsart kann es zu Verdauungsstörungen und Mangelerscheinungen kommen, dies betrifft die Versorgung mit Eisen, Vitamin B12 und Folsäure, Vitamin D und Calcium sowie die Fettverdauung. Um Mängel zu vermeiden sollten b.B. die betreffenden Substanzen ersetzt und ggf. Pankreasenzyme substituiert werden. Ich empfehle eine ausführliche Beratung durch Ihren Arzt und eine erfahrene Ernährungsberaterin. Schließlich können Krebsrezidive auch ohne Blutveränderungen auftreten, hiernach sollte deshalb bei anhaltendem Gewichtsverlust unbedingt gesucht und ein Nachwachsen des damaligen Tumors ausgeschlossen werden. Es sollte auch an postoperative narbige Veränderungen gedacht werden, die die Darmbeweglichkeit und damit die Verdauungsfunktion behindern. Die angesprochene Möglichkeit einer künstlichen Ernährung über eine Vene ist dann sinnvoll, wenn der Darm tatsächlich nicht ausreichend funktioniert und eine Verbesserung dieser Situation nicht rasch möglich erscheint. Die intravenöse Ernährung sollte dann möglichst den Fehlbedarf decken zwischen dem Energie- und Nährstoffbedarf Ihres Körpers und der noch möglichen Nahrungsmenge, die Sie auf normalem Weg aufnehmen können. Quelle: Krebs und Ernährung Redaktion