Expertenrat


Ernährung bei Magenkrebs

Frage

Meiner Mutter wurde Magen entfernt, da er total verkrebst war. Sie hat nun einen Ersatzmagen. Sie sagt, dass sie nicht alles essen darf - kein Eis, keine Hülsenfrüchte und keine Milch produkte. Ich weiss einfach nicht, was ich machen soll,da sie so stark abgenommen hat. Sie bekommt schon Biosorb Energie (jetzt Fortimel Energy), aber sie nimmt einfach nicht zu. Meine Mutter ist 84, aber das hat doch nichts mit dem Alter zu tun, oder?

Antwort

Nach einer Magenentfernung - ob mit oder ohne chirurgische Gestaltung eines kleinen „Ersatzmagens“ aus einer Dünndarmschlinge – kommt es praktisch regelmäßig zu einer deutlichen Gewichtsabnahme von 7 bis über 10 kg. Dies geschieht auch, wenn die Krebsoperation gut gelungen und der Krebs komplett entfernt werden konnte. Die Ursachen liegen in den fehlenden „Hungersignalen“ des Magens und in der rascheren Füllung des Ersatzmagens mit rascher „Sättigungs-Meldung“ an das Esszentrum im Gehirn. So ist der Appetit geringer als vor der Operation. Zusätzlich verträgt der Ersatzmagen nur wenig Nahrung, bevor es zu Unwohlsein, Völlegefühl, Bauchschmerzen und Durchfall kommt; auch dies vermindert die Nahrungsaufnahme. Als weiterer Aspekt ist die Nahrungsaufnahme aus dem Darm eingeschränkt, da die wichtigen Verdauungssäfte der Galle und aus der Bauchspeicheldrüse nicht direkt mit der Nahrung vermischt werden, sondern durch die Veränderungen der Operation auf einem Umweg erst verspätet eintreffen, wenn sich der kleine Ersatzmagen bereits entleert hat. Ein Gewichtsverlust ist deshalb nicht primär ein schlechtes oder bedrohliches Zeichen, sondern ein normales Geschehen. Der Körper sucht sich ein neues Zielgewicht, das er nach Erreichen dann auch stabil hält. Ein wichtiges gutes Zeichen ist es, wenn sich trotz des geänderten Gewichts allgemeines Wohlbefinden einstellt und die Kräfte nach der Operation wiederkommen.

Zur körperlichen Stabilisierung sollten keine großen, sondern möglichst viele kleine Mahlzeiten pro Tag eingenommen werden. Es gibt eine Reihe hilfreicher Empfehlungen zur Auswahl der günstigen Speisen (z.B. das Buch „Essen nach Magenentfernung“ von Hermann Mestrom), letztlich gilt jedoch, dass alles erlaubt ist, was schmeckt und vertragen wird.

Andererseits ist es wichtig, regelmäßig zu prüfen, ob nicht doch zusätzliche Probleme vorliegen. So sollten die behandelnden Ärzte auf Entzündungen, Engstellungen oder Bewegungsstörungen des Dünndarms achten. Ein Nachwachsen des Tumors muss ebenfalls bedacht und gesucht werden. Findet sich keines dieser Zusatzprobleme, dann sollten die Gewichtsänderung akzeptiert und die neuen Ernährungsrhythmen und –regeln allmählich in den Tagesablauf integriert werden.