Expertenrat


Ernährung bei Krebs

Frage

Kann man bei einer Darmkrebs-Chemoteraphie auch Milchprodukte und Milch zu sich nehmen.

Antwort

Ja, es gibt keine prinzipiellen Gegenargumente. Die folgenden Punkte sind jedoch von Bedeutung. Wichtig ist es, das Körpergewicht zu halten oder Verluste zumindest möglichst gering zu halten. Milchprodukte enthalten dabei mit Eiweiß, Vitamin D und Calcium wertvolle Nährstoffe. Auch der Fettgehalt ist ein positiver Beitrag zur Gewichtstabilisierung, denn die bösartigen Zellen des Tumors können Fett praktisch nicht verarbeiten. Milch und einzelne Milchprodukte werden jedoch während einer Tumorbehandlung nicht von allen Betroffenen durchgehend vertragen oder akzeptiert. Insbesondere sollte auf mögliche Störungen im Magen-Darm-Trakt geachtet werden. Häufig kommt es unter einer Chemotherapie zu einem Rückgang des Milchzucker-verarbeitenden Enzyms Laktase in der Darmschleimhaut; die Folge ist eine Unverträglichkeit besonders für Milch mit Bauchschmerzen und Durchfall. Gesäuerte Milchprodukte (Joghurt, Buttermilch) werden dagegen zumeist weiterhin gut vertragen. Tritt eine Chemotherapie-verursachte Entzündung der Mundschleimhaut (Mukositis) auf, dann wird Milch oft als klebrig empfunden und weniger gut akzeptiert, während kühle weiche Produkte wie Joghurt lindernd wirken. Insgesamt sind Milch und Milchprodukte deshalb abhängig von ihrer Verträglichkeit erlaubt und dann wertvolle Nährstoffträger. Aus ganz anderer Sicht wird gelegentlich der Hormongehalt der Milch als mögliche Komponente bei Krebsentstehung und frühem Wachstum eines Tumors diskutiert. Erwähnt wird dabei der durch die Tierhaltung der Milchkühe geförderte Gehalt an IGF (Insulin Growth Factor), einem wichtigen Wachstumshormon. Es gibt jedoch keine Hinweise, dass Nahrungsfaktoren eine Rolle spielen beim Wachstum oder der Therapie eines diagnostizierten Tumors. Diese Überlegungen sollten deshalb bei der Bewertung einzelner Lebensmittel keine Rolle spielen.