Expertenrat


Ernährung bei Krebs

Frage

Ich hatte vor drei Monaten die Rückoperation nach einem Rectum-Karcinom und der Stuhl funktioniert noch nicht richtig,das heisst ich muß manchmal 10mal aufs Klo und dann tut es weh und ist entzunden.Was kann ich ernährungsmässig tun?Ich nehme auch ENTEROBENE zu Unterstützung

Antwort

Die geäußerten Beschwerden sind zwar typisch, können jedoch unterschiedliche Ursachen haben. Ohne weitere Informationen lassen sich deshalb keine spezifischen Behandlungsmaßnahmen empfehlen. Ursache für häufigen Stuhldrang kann nach Teilentfernung des Enddarms das Fehlen der Reservoirfunktion sein. Lag der Tumor nah beim Schließmuskel, so kann durch die Operation der komplexe Schließmechanismus beeinträchtigt worden sein. Und liegt eine Bestrahlung des Beckenbereichs zurück, so können Strahlenbelastungen die Schleimhaut, die Beweglichkeit und das steuernde Nervengeflecht des Darms behindern. Die chirurgische Darmnaht (Anastomose) kann entzündet oder vernarbt und verengt sein, so dass es zu Missempfindungen, Aufstau und Tendenz zu flüssigem Stuhl kommt. Schließlich kann häufiger dünner Stuhlgang zu Verletzung und Entzündung der Haut um den Darmausgang führen; beim Pressen können sogar stark schmerzhafte Risse in der belasteten Schleimhaut entstehen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass durch normale Anpassungsprozesse die Beschwerden allmählich abklingen werden. Um hier Sicherheit zu geben, sollte jedoch der Chirurg befragt werden, ob weitere Untersuchungen und ggf. spezielle zusätzliche Behandlungsmaßnahmen erforderlich sind. Insbesondere die Schmerzen sind ein Zeichen, dass Verletzungen vorliegen können, die betreut werden sollten. Ernährungsempfehlungen sind abhängig von der genaueren Beurteilung der Situation. Handelt es sich um eine echte Diarrhoe mit großen Mengen dünnen Stuhls, so sollte die Ursache gefunden und gezielt behandelt werden; eine ausreichende Trinkmenge ist dann besonders wichtig; als Kost kommt eine leichte und verträgliche Vollkost in Frage, sehr kalte und sehr heisse, stark saure und scharfe Speisen sollten ebenso wie blähende Gemüsesorten gemieden werden; hilfreich können u.a. fein pürierte Bananen, Heidelbeertee, rohe geschälte Äpfel und Reiswaffeln sein. Ist das Hauptproblem eher ein häufiger Stuhldrang mit nur wenig jeweils kleinen Stuhlmengen, so ist eine ballaststoffreiche Kost zu bevorzugen, die zur Stuhlregulierung beitragen kann. Gleiches gilt beim Auftreten von schmerzhaften Schleimhauteinrissen, die allerdings zusätzliche lokale Maßnahmen erfordern. Das eingenommene Präparat Enterobene ist ein starkes Anti-Durchfallmittel (Loperamid); die Einnahme sollte unbedingt mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Quelle: Krebs und Ernährung Redaktion