Expertenrat


Bauchspeicheldrüsenkrebs

Frage

Besteht die Möglichkeit Krebs im positiven Sinne mit einer diabetischen Ernährung und hochdosierten Vitaminkur zum Stillstand zu bringen?

Antwort

 Es gibt heute nicht mehr das Konzept einer typischen Diabeteskost, statt dessen wird allen Menschen eine möglichst gesunde Ernährung empfohlen. Dazu gehört auch das Meiden großer Mengen freier Kohlenhydrate, um zu starke Anstiege des Blutzuckers zu verhindern. Ständig überhöhter Blutzucker ist ungünstig für fast alle Körperorgane und führt letztlich über zunächst reversible Störungen zu schließlich dauerhaften Schäden. Unkontrolliert wachsende Tumorzellen ziehen ihre Energie jedoch ganz überwiegend aus dem Traubenzucker im Blut (Blutglukose), während sie Fett kaum als Brennstoff ausnutzen können. Aus diesem Grund wird von einigen gemutmaßt, dass eine zucker-arme und deshalb fett-reiche Ernährung das Tumorwachstum eingrenzen könne. Typische Kostempfehlungen dieser Art stammen von Johannes Kuhl (Kuhlsche Schutzkost), Johanna Budwig (Öl-Eiweisskost) und neuerdings Dr. Johannes Coy (Ernährungsumstellung nach Dr. Coy). Es gibt allerdings bisher keine zuverlässigen Beobachtungen oder gar Beweise, dass eine kohlenhydratarme Ernährung tatsächlich das Tumorwachstum beeinflussen kann. Auf der anderen Seite ist eine fettreiche Kost geschmacklich ungünstig und bei der Anwendung spezieller Produkte sehr teuer und im Extremfall sogar gefährlich. Solange keine zuverlässige Bestätigung für die Wirksamkeit vorliegt, kann keine Empfehlung ausgesprochen werden.

Die Situation liegt ähnlich für hochdosierte Vitamine, wie sie z.B. Prof. Linus Pauling empfahlen oder aktueller Dr. Rath propagieren. Für alle Mikronährstoffe und damit auch die Vitamine gibt es nicht nur eine mögliche Unterversorgung, sondern auch eine Obergrenze, bei deren Überschreitung kein zusätzlicher Nutzen und in einigen Fällen sogar zunehmender Schaden zu erwarten sind. Für die Einnahme von Vitaminkapseln lässt sich kein Schutz vor Krebs nachweisen. Und auch bei aktiver Krebserkrankung lässt sich kein zuverlässiger Vorteil für Vitamingaben beobachten. Dies gilt bisher auch für das noch am günstigsten beurteilte Vitamin C, das auch bei sehr hoch-dosierten Infusionen keine Tumoren zum Stillstand bringen kann. Es ist sicherlich möglich, dass die Kombination einer zucker-armen Kost mit bestimmten Vitaminen oder anderen Substanzen günstige Wirkungen haben kann, hier sind jedoch dringend weitere Untersuchungen notwendig, um sich nicht unnötigen oder sogar schädlichen Therapien anzuvertrauen.