Expertenrat


Appetitlosigkeit

Frage

Salat, Obst und fetthaltige Lebensmittel vertrage ich nicht. Hatte Rektumkarzinom. Seit 3 Jahren in Therapie und seit etwa 4 Wochen keinen Appetit mehr. Weiß nicht, was ich essen soll. Da ich jede Woche Therapie bis an mein Lebensende bekomme, muß ich eine Lösung finden. Bin 170 und wiege noch 48. Will allerdings keine künstliche Ernährung u..a.da diese nachts läuft und mein 3-jähriger Sohn in meinem Bett schläft. Was kann ich tun?

Antwort

Ihre Situation ist erkennbar schwierig. Sie haben offensichtlich erheblich an Gewicht verloren und damit sicherlich bereits Aktions- und Widerstandskraft. Es ist wichtig, einen weiteren Verlust zu vermeiden, gerade weil eine Fortsetzung der Chemotherapie vorgesehen ist. Sie sollten deshalb dringend Expertenrat im persönlichen Gespräch und nach einer klinischen Einschätzung der Bedrohungen und Chancen Ihrer Ernährungssituation einholen. An dieser Stelle können nur einige Überlegungen und Hilfestellungen gelistet werden. Versuchen Sie, möglichst leicht verträgliche Speisen zu sich zu nehmen. Salat ist nicht gut verdaulich und deshalb entbehrlich. Obst und Gemüse sind gekocht besser verträglich, auch als Säfte; leicht verdaulich sind u.a. Melone, Banane, Karotten, Sellerie und Spinat. Zur Anreicherung des Eiweissanteils versuchen Sie Rührei, Quark, Sauermilchprodukte wie Buttermilch und Joghurt, aber auch Fisch. Zur Steigerung des Appetits können kleine Mengen Ingwer- und Pfefferminztee dienen. Eine medikamentöse Appetitsteigerung (Kortikosteroid oder Gestagen) müssen Sie mit Ihrem Arzt besprechen. Zusätzlich ist ein Versuch hilfreich mit Energie- und Mikronährstoffhaltigen Trinknahrungen, z.B. Fortijuice (ohne Fett) oder Fortimel (Eiweissreich). Sollte eine erhebliche Behinderung der Darmfunktion - eventuell auch nur vorübergehend – vorliegen, so lässt sich ein Gewichtsverlust wohl nur durch eine künstliche Zusatzernährung anhalten. Eine intravenöse Nahrung kann auch tags über ein Rucksacktragesystem bei erhaltener Mobilität appliziert werden, so dass Ihr Nachtschlaf nicht gestört wird. Quelle: Krebs und Ernährung Redaktion