Geschmacksstörungen
Die Geschmacksstörung (Dysgeusie) ist eine häufige Nebenerscheinung, sowohl der Chemotherapie als auch der Strahlentherapie: Die Lebensmittel haben keinen Geschmack mehr oder schmecken anders als vor der Behandlung. Krebspatienten klagen oft über Veränderungen des Geschmackssinns, wenn sie einer Chemotherapie unterzogen werden, insbesondere ein bitteres oder metallenes Geschmacksgefühl, hauptsächlich bei Fleisch oder anderen Lebensmitteln mit hohem Eiweißgehalt. Es kann eine plötzliche Abneigung gegen bestimmte Lebensmittel auftreten und es kann sein, dass viele Speisen weniger Geschmack haben. Die Strahlentherapie kann dagegen eine Veränderung des süßen, sauren, bitteren und salzigen Geschmacks hervorrufen. Diese Veränderungen des Geschmackssinnes rühren von den Schäden an den Geschmacksknospen, von Mundtrockenheit, Infektionen und/oder Zahnproblemen her, während der unangenehme Geschmack nach einer Chemotherapie dadurch entstehen kann, dass sich die Medikamente im Mund verbreiten. Geschmacksstörungen können zu Ablehnung von Lebensmitteln, Gewichtsverlust, und Anorexie führen, wodurch sich die Lebensqualität eines Patienten deutlich verschlechtert. Bei den meisten Patienten mit Chemotherapie und einigen, die einer Strahlentherapie unterzogen werden, normalisiert sich der Geschmackssinn ein paar Monate nach Beendigung der Therapie und die Geschmacksknospen erholen sich 6 bis 8 Wochen oder noch später nach Beendigung der Behandlung. Bei anderen Strahlentherapie-Patienten ist die Veränderung jedoch von Dauer.
Quelle: National Cancer Institute