Krebs, Therapie und Ernährungsbedürfnisse

Bei Menschen mit Krebs verändert sich unter Umständen die Art und Weise, in der der Körper Nährstoffe verwendet. Dies hängt ganz allgemein davon ab, wie der Körper auf Tumore reagiert, sowie den Nebenwirkungen der eingesetzten Krebsbehandlung und Medikamente oder auch einer Kombination aus diesen Faktoren.

Die Aufnahme von Proteinen, Kohlenhydraten und Fetten durch den Körper kann insbesondere durch Tumore im Magen-Darmbereich beeinträchtigt werden. So hat man oft den Eindruck, dass Krebskranke zwar genug essen, ihr Körper ist jedoch nicht in der Lage, alle Nährstoffe aus den Lebensmitteln aufzunehmen.

In den meisten Fällen umfasst eine Krebsbehandlung Therapien zum Abtöten von Krebszellen, die im Körper wachsen. Die üblichsten separat oder in Verbindung eingesetzten Behandlungsmethoden sind Operationen, Chemotherapie, Strahlentherapie, Hormonbehandlung und Immuntherapie (oder biologische Therapie). Wenngleich alle diese Methoden sehr leistungsfähig sind, um die Krebszellen abzutöten, werden immer auch einige gesunde Zellen beschädigt, insbesondere diejenigen, die sich schnell vermehren, wie die in Mund, Verdauungsapparat und in den Haaren.

Das führt zu den Begleiterscheinungen einer Krebsbehandlung, die sich auch auf die Ernährungsbedürfnisse auswirken. Die Art, das Ausmaß und der Grad der Nebenwirkungen ist von Person zu Person unterschiedlich. Sie werden durch zahlreiche Faktoren, wie Krebsart, behandeltes Körperteil, Art und Länge der Behandlung und Behandlungsdosis, bestimmt. Die Nebenwirkungen können oft gut unter Kontrolle gebracht werden und verschwinden meist nach Ende der Behandlung.

Einige Begleiterscheinungen der Krebstherapie können die Essgewohnheiten jedoch längerfristig beeinflussen: Neben Erbrechen können Übelkeit und Geschmacksstörungen zu Appetitlosigkeit oder Abneigungen gegenüber Lebensmitteln führen. Deshalb essen Krebspatienten trotz einer breiten Lebensmittelvielfalt oft weniger und nicht genug, um ihren Nährstoffbedarf zu decken und es kommt zum Auftreten einer Mangelernährung.

Die Aufnahme von zu wenig Proteinen und Energie ist das häufigste Ernährungsproblem vieler Krebspatienten. Insgesamt geht man davon aus, dass 30 – 90% aller Tumorpatienten Anzeichen von Mangelernährung aufweisen. Gerade Proteine sind jedoch wichtig in der Ernährung bei Krebs für Heilungsprozesse, die Bekämpfung von Infekten und den Erhalt von Körpermasse.

Andere Mangelerscheinungen bei Krebspatienten treten bei Vitaminen (z.B. Folat, Vitamin A, Vitamin C, Vitamin E und Vitamin D) sowie Mineralstoffen (z.B. Kupfer, Eisen, Magnesium, Zink, Kalzium und Selen) auf, wodurch es im Körper ebenfalls zur Beeinträchtigung lebenswichtiger Vorgänge kommen kann.

Literaturangabe

Quelle: Krebs und Ernährung Redaktion