Die Krebsoperation und ihre Herausforderung für die Ernährung
Eine Operation ist oft die bevorzugte Behandlungsmethode bei noch nicht ausgedehnten Tumoren. Mit einem chirurgischen Eingriff werden der Tumor und das umliegende Gewebe, in dem sich Krebszellen befinden können, entfernt. Manchmal muss auch gesundes Gewebe um den Tumor herum entfernt werden, um zu verhindern, dass sich der Krebs ausbreiten kann.
Ob eine Operation vorgenommen wird oder nicht, hängt ab von der Art des Krebses und der betroffenen Körperstelle sowie davon, wie weit sich der Krebs in andere Körperteile ausgedehnt hat. Über die Hälfte der Krebspatienten werden einem chirurgischen Eingriff unterzogen. Ist der Krebspatient bereits vor dem Eingriff mit Nährstoffen unterversorgt, können während der Erholungszeit Komplikationen auftreten, wie z. B. eine schlechte Heilung oder Infekte. Patienten mit bestimmten Krebsarten, wie Kopf-, Hals-, Magen- oder Darmkrebs, sind eventuell schon zum Zeitpunkt der Diagnose mit Nährstoffen unterversorgt.
Deshalb muss die Frage der Ernährung bei Krebs bereits vor der Operation gestellt werden. Darüber hinaus kann eine Operation sowohl eine vorübergehende als auch eine permanente Herausforderung für die Ernährung darstellen. Eine Operation an sich steigert schon die Ernährungsbedürfnisse des Körpers: Zusätzliche Energie (Kalorien) und Nährstoffe (insbesondere Proteine) spielen bei der Genesung, Wundheilung und Bekämpfung von Infektionen eine wichtige Rolle. Wird im Rahmen eines chirurgischen Eingriffs ein bestimmtes Organ ganz oder teilweise entfernt, das die Fähigkeit des Patienten zur Lebensmittelaufnahme und -verdauung beeinträchtigt, können folgende Ernährungsprobleme auftreten:
- Eine Operation im Kopf- und Halsbereich kann zu Kau- und Schluckbeschwerden führen. Die psychische Belastung auf Grund der Menge des während der Operation entfernten Gewebes kann den Appetit schmälern.
- Eine Operation wegen eines Krebses an den Organen des Verdauungstraktes kann die Funktionstüchtigkeit des Verdauungssystems beeinträchtigen und die Verdauung von Lebensmitteln verlangsamen bzw. verhindern. Das Entfernen eines Teils des Magens kann dazu führen, dass sich beim Patienten ein Völlegefühl einstellt, bevor er genug Lebensmittel gegessen hat, oder ein sogenanntes Dumping-Syndrom hervorrufen (Entleeren des Magens in den Darm, bevor die Lebensmittel verdaut sind). Manche Organe des Verdauungstraktes erzeugen normalerweise wichtige Hormone und chemische Substanzen, die für die Verdauung erforderlich sind. Sind diese Organe nun von einem chirurgischen Eingriff betroffen, werden u. U. die in der Diät enthaltenen Proteine, Fette, Vitamine und Mineralstoffe nicht mehr normal vom Blut aufgenommen. Der Zucker-, Salz- und Flüssigkeitsspiegel im Körper kann aus dem Gleichgewicht geraten.
Quelle: National Cancer Institute, Krebs und Ernährung Redaktion