Was ist eine Ernährungstherapie?
Unter normalen Bedingungen nehmen wir die Nährstoffe, die wir brauchen, in Form von Lebensmitteln und Getränken durch unsere Ernährung auf. Wenn unsere Ernährung unseren Nährstoffbedarf verfehlt, kann dies zu einer Fehlernährung führen. Dies kann sowohl eine Unterernährung im Fall einer zu gering ausfallenden Ernährung, als auch eine Überernährung bedeuten, wenn wir mehr essen, als wir brauchen.
Beide Arten von Fehlernährung können zu Krankheiten führen. Die bekanntesten Folgen von Überernährung sind Übergewicht und Fettleibigkeit. Gewöhnliche Formen von Unterernährung sind z.B. psychisch bedingte Magersucht, oder das für Krebspatienten typische Ernährungsdefizit.Beide Arten von Fehlernährung können mit einer geeigneten Ernährungstherapie behandelt werden.
Damit eine Ernährungstherapie wirksam ist, muss der Ernährungszustand des Patienten genau bestimmt werden und sein Ernährungsbedarf muss, gegebenenfalls auch unter Berücksichtigung einer Krankheit, abgeschätzt werden. Wenn man die Schäden betrachtet, die sich aus einer unangemessenen Ernährungstherapie ergeben können, ist es wichtig, alle empirischen oder "selbst gestrickten" Ansätze zu verhindern und sich an Diätassistenten und Ernährungsberater zu wenden.
Mit welcher Strategie lässt sich am besten sicherstellen, dass der Nährstoffbedarf einer Person vollständig gedeckt wird?
Dies hängt vor allem vom Gesundheitszustand der Person, sowie ihrer Fähigkeit, Nährstoffe aufzunehmen, ab.Die natürlichste Art der Ernährung ist mit Sicherheit die orale Nährstoffversorgung. Dabei werden Nährstoffe über den Mund und den Verdauungstrakt aufgenommen. Wenn die Aufnahme natürlicher Nahrungsmittel nicht ausreicht, aber eine orale Nährstoffversorgung nach wie vor möglich ist, können je nach Bedarf Trinknahrungen verwendet werden.Wenn der Verdauungstrakt noch funktionsfähig, eine orale Ernährung aber nicht möglich ist, kann eine Sondennahrung erforderlich sein.
Die darin enthaltenen Nährstoffe erreichen dabei die Schleimhaut des Magens oder den Darm über einen künstlichen Zugang zum Verdauungstrakt (nasogastrale Sonde, nasojejunale Sonde, perkutane endoskopische Gastrostomie (PEG), Jejunostomie). Nur wenn eine Ernährung über den Verdauungsapparat unmöglich ist, werden die Nährstoffe über die Venen (parenterale Ernährung) zugeführt.Gerade für Krebspatienten, die in der Lage sind zu schlucken und einen intakten Magen-Darm-Trakt aufweisen, stellt die orale Zufuhr von Trinknahrung eine besonders gute Möglichkeit dar, um im Rahmen einer Ernährungstherapie die Nährstoffzufuhr zu optimieren und zu erhöhen, um so Untergewicht und einer Mangelernährung entgegen zu wirken. Der frühzeitige und konsequente Einsatz von ernährungstherapeutischen Maßnahmen in Form einer optimal zusammengesetzten und ausgewogenen Trinknahrungen ist ein wichtiger, effizienter Beitrag zur Verbesserung der Ernährung bei Krebs.
Quelle: Nutrizioneoncologia.it