Mangelernährung bei Patienten mit gastrointestinalen Tumoren
Mangelernährung bei Patienten mit gastrointestinalen Tumoren
Eine neue Metastudie belegt: Besonders bei Patienten mit Krebs im Magen oder Darm kommt es häufig zu schwerer Mangelernährung. Dadurch wird nicht nur der Krankenhausaufenthalt unnötig verlängert. Auch die Erfolgsaussichten der Krebstherapie sinken, die Sterberate steigt signifikant. Die systematische Erfassung von Mangelernährung und die Sicherstellung einer geeigneten Beratung und Therapie betroffener Patienten sind daher zwingend notwendig.
Damit ergeben sich folgende Vorschläge:
- Vor einer Operation sollte eine subjektive Einschätzung des Ernährungszustands durch einen Profi vorgenommen werden. Dabei sind Gewichtsverlust und den SGA als Parameter am aussagekräftigsten.
- Bei schwer mangelernährte Patienten wird vor einer gastrointestinalen Operationen eine mindestens 10tägige Ernährungstherapie empfohlen, die auch enteral erfolgen kann.
- Für alle Patienten, die Radiochemotherapie erhalten, wird professionelle Ernährungsberatung und im Ernstfall enterale Ernährung empfohlen.
- Selbst bei Patienten ohne Mangelernährung halbiert orale Immunonutrition vor der OP die Komplikationen nach der Operation.
- Parenterale Ernährung für Patienten mit schweren Intoleranzen und wenn enterale Ernährung nicht möglich ist.
Zusammenfassend wird betont, wie wichtig es ist, dass die Ärzte von dieser Strategie der Ernährung bei Krebs wirklich überzeugt sind, und dass alle Patienten die Ernährungsberatung und Trinknahrung als essentielle Bestandteile ihrer Therapie ansehen. Diese Empfehlungen sollten nicht nur in der täglichen Klinikpraxis Anwendung finden, sondern auch bei zukünftigen klinischen Forschungsprotokollen berücksichtigt werden.Es wurden z. B. die Studien von Elia et al (2006), von Isenring et al (2004) und von Ravasco et al (2005) berücksichtigt und aktuelle englischsprachige Leitlinien und Meta-Analysen eingeschlossen.
Quelle: Senesse et al, Cancer Treatment Reviews 2008